Wie Clear Aligner dort hinkamen, wo sie jetzt sind

Wie Clear Aligner dort hinkamen, wo sie jetzt sind

geschrieben von Dr. Sherif Kandil

Seit Einführung der digitalen Clear Aligner im späten 19. Jahrhundert können wir beobachten, wie sich die transparente Zahnschiene durch viele verschiedene Stadien bewegen. Meistens waren dies nur kleine Entwicklungsstufen, sodass diese zwar nach und nach einen kleinen Teil zur Weiterentwicklung beitrugen, aber nie zu einer drastischen Veränderung des gesamten Systems geführt haben.

Die bis heute gebräuchlichsten Materialien zur Herstellung sind verschiedene Arten von Polymeren, Polyurethanen und PETGs. Diese Materialien bieten ein Elastizitätsmodul, das sich auf der Zahnoberfläche ausdehnt, einen adäquaten Druck auf die Zähne ausübt und so eine Bewegung des Zahns erzeugt.

Patienten tragen jeden Clear Aligner in der Regel jeweils ein bis zwei Wochen. Im Falle von K Clear ist eine Tragezeit von zwei Wochen vorgesehen. Bislang sind Aligner statische Kunststoffschienen, die lediglich den Zweck haben, Druck auf die Zähne auszuüben. 

Clear Aligner begleiten einen Patienten 87 % seines gesamten Tages. Er lebt mit ihnen, kaut auf ihnen, reinigt sie und nach zwei Wochen wirft er sie weg. Denn dann ist die nächste Schiene an der Reihe.Die tägliche Tragedauer der Clear Aligner liegt bei fast 87% des ganzen Tages bis in die Nacht. 

Wir befinden uns in einer Zeit, in der das Wort „smart“ mit allem, was wir erleben, mitschwingt. Wir haben smarte Fernseher, leben in smarten Wohnungen und fahren in smarten Autos über die Straßen, weil dies unser Leben einfacher und angenehmer macht. Warum lassen wir dann nicht auch unsere Clear Aligner smart werden?

Was wäre, wenn wir diese Kunststoffschienen schlauer machen und ihnen beibringen, biomimikrisch – also wie menschliche Muskeln – zu wirken? Werden sie dadurch smarter, besser und effektiver?

Was wäre, wenn wir die Anzahl der benötigten Aligner drastisch reduzieren können? Und was wäre, wenn wir durch die Reduktion von Plastikmüll einen Beitrag zur Schonung unsere Umwelt leisten könnten?

Ganz nach dem Motto „weniger ist mehr“ bin ich der Meinung, dass „weniger“ auch smarter ist: ein smarter Aligner hat für uns einen größeren Mehrwert als mehrere herkömmliche Aligner. 

Mit fortschreitender Forschung und Entwicklung wird eins ganz deutlich: all das könnte in naher Zukunft Realität werden. Wir nennen diese nächste Stufe der Entwicklung transparenter Zahnschienen „dynamische 4D Clear Aligner“. Angelehnt an die vierte Dimension in der Physik, die durch die Zeit beschrieben wird.

Im Grunde  werden Clear Aligner aus Formgedächtnispolymerenhergestellt, die speziell dafür entwickelt wurden, sich innerhalb von zwei Monaten Schritt für Schritt neu zu formen. So werden die Zähne im Durchschnitt jeweils 2 mm bewegt und anstelle von bisher vier Alignern wird nur noch ein einziger benötigt.

Das Zeitalter der dynamischen 4D Kieferorthopädie ist eingeläutet und könnte die gesamte kieferorthopädische Industrie auf den Kopf stellen. 

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